Schon die Kleinsten sind von ihnen in den Bann gezogen: von Baumaschinen. Kein Wunder. Denn oftmals sind die ersten Worte nicht Mama oder Papa, sondern Bagger. Doch woher kommt diese Liebe und Begeisterung von Kindesbeinen an? Und warum löst die bauma solche Anziehungskraft aus?

Unzählige Male immer wieder das gleiche Bild: Menschen, die sich auf der bauma im riesigen Baggerlöffel oder in der überdimensionalen Radladerschaufel fotografieren lassen oder sich vor einem Reifen oder vor der Mulde eines Muldenkippers positionieren. Groß, größer, bauma – so ging es auch diesmal wieder zur Sache auf der Messe in München. Konkretes Beispiel: Den schwersten Koloss, den Zeppelin und Caterpillar in der Halle B6 aufgefahren hatten, war ein Cat Radlader 992 – er brachte ganze 106 Tonnen auf die Waage. Das ist nicht ganz so viel wie ein ausgewachsener Blauwal: Dieser wiegt 130 bis 150 Tonnen. Hoch hinaus ging es dann im Freigelände: Ausgefahren brachte es der neue Cat Kettenbagger 330 UHD auf 20 Meter Bolzenhöhe – acht Mal hintereinander käme man auf die Höhe des Ulmer Münsters, dem höchsten Kirchturm der Welt. Es sind solche Größenvergleiche, welche die Dimensionen greifbar machen. Und es sind solche Fakten, die für einen besonderen Wow-Effekt sorgen, den Aussteller wie Zeppelin und Caterpillar mit ihrer Markenwelt kreieren. „Viele Besucher kennen überdimensional große Baumaschinen nur aus einschlägigen Fernsehreportagen und Dokus oder aus dem Internet wie von Youtube-Filmen. Auf der bauma gibt es die einmalige Möglichkeit, Baumaschinen-Giganten im Original gegenüberzustehen und sie live zu sehen. Erst dadurch wird das Größenverhältnis real, wenn man sich etwa neben den Reifen eines Cat Muldenkippers stellt. Dann wird das Selfie davor oder in der gewaltigen Baggerschaufel gepostet. Das Ganze geht viral und man kann so bei Arbeitskollegen, Bekannten oder Freunden Eindruck machen. Wir wollen unsere Branche und unsere Maschinen erlebbar machen. Diese Nähe wollen wir auf der Messe erzeugen, denn sie setzt Emotionen frei. Und genau diese wollen wir ansprechen“, so Ilka Kallin, Bereichsleiterin Marketing bei Zeppelin Baumaschinen.
Auf der bauma war Anfassen ausdrücklich erlaubt – Technik wurde auch im Rahmen von Standführungen verständlich nähergebracht. Das Zeppelin Produktmanagement bot 195 Standführungen für insgesamt 3 000 Personen an, darunter auch für viele Kinder, die von der Größe der Geräte genauso gefesselt waren wie die Erwachsenen. Kennen sie doch in der Regel Bagger, Radlader und Co. vom Sandkasten oder als Spielzeug im Kinderzimmer. In einem Blogbeitrag unter Semnos, dem Pädagogischen Institut Berlin, wird beschrieben, warum Kinder die Arbeiten mit Baumaschinen auf einer Baustelle mit großer Aufmerksamkeit betrachten: „Es sind schon die unter Zweijährigen und keinesfalls nur die Jungen, die der Anblick und die immense Kraft von großen Baumaschinen fasziniert – ob (bevorzugt) Bagger, deren Ausleger und Schaufeln an menschliche Arme und Hände erinnern, aber ebenso Baukräne, Presslufthammer, Lastwagen, die Erde abladen, oder Straßenwalzen. Bei den Kleinen scheinen es vor allem die Bewegungen der für sie monstermäßigen Maschinen zu sein, die sie bewundern, das Auf und Ab, das Hin und Herr, dass Füllen und wieder etwas Ausleeren. Ein ständiges „Fort und Da“, „Verschwinden“ und „Wieder-zum-Vorschein-kommen“, das nahezu alle kleinen Kinder fasziniert. Und erstaunlicherweise haben sie vor diesem Geschehen, selbst wenn es sich direkt vor ihren Augen abspielt, kaum Angst. Sie fangen keinesfalls an zu weinen, erschrecken sich nur selten und wenden sich kaum Hilfe suchend an ihre Begleiter. „So stark möchte ich auch sein“, mag ihnen durch den Kopf gehen, „und die ganze Welt bewegen können“.“ Kein Wunder, dass daher Kinder Technik mit Begeisterung begegnen, wenn sie sehen, was mithilfe der Baumaschinen bewegt wird, die dabei Kraft und Energie verkörpern. Schnell ist ein Baggerlöffel voller Sand und belädt damit einen Lkw. Hinzu kommt die Akustik, die sie sonst in ihrem Alltag nicht kennen: Baumaschinen machen Geräusche, wenn Material in einer Mulde entladen wird oder ein Abbruchhammer Beton zerkleinert. Das spricht viele Sinne an und regt zum Nachspielen an. Auch die bauma bot reichlich Inspiration und Lerneffekte, die Kinder in ihre Spielewelt übernehmen konnten. Selbst das gelingt mit Baumaschinen, aber es braucht dafür nicht immer reale Geräte, so Stefanie Höhl, Entwicklungspsychologin an der Universität Wien, in der Wiener Zeitung, sondern manchmal genügen schon einfache Gegenstände wie Steine oder Stöcke.

Ein anderer Aspekt, der dagegen auch für die bauma gilt: Viele, ob jung oder alt, machen dort ähnliche Erfahrungen mit der Welt des schweren Eisens. Solche Erlebnisse verbinden. Und wer sich dann darüber austauscht, schafft einen bleibenden Eindruck von Baumaschinen auf der bauma, der die Faszination dafür weiter befeuert.
Juni 2025

