Remex und Zeppelin: Rebuild-Kooperation

Die Verlängerung der Lebensdauer technischer Geräte ist ein zentraler Hebel für Abfallvermeidung, Klima- und Ressourcenschutz. Was für Smartphones oder Küchengeräte heute schon gängige Praxis ist, gilt längst auch für Baumaschinen. Wie das für Recyclingmaschinen funktioniert, zeigen Remex und Zeppelin mit ihrem zukunftsweisenden Rebuild-Projekt eines Radladers, das auf der IFAT 2026 in München Premiere feiert.

Im Zentrum des Projekts steht ein Cat Radlader 950M aus dem Jahr 2015 – im Dauereinsatz bei Remex in Potsdam, wo jährlich rund 170 000 Tonnen Kies und Sand bewegt werden. Nach mehr als zehn Jahren und rund 9 000 Betriebsstunden schien der Austausch gegen ein Neugerät naheliegend. Doch statt einer Neubeschaffung fiel die Entscheidung auf einen bislang in dieser Form bei Remex noch nicht umgesetzten Schritt: einen Cat-Certified-Rebuild.

Rebuilds sind im Markt bislang vor allem bei großen Baumaschinen wie Muldenkippern in der Rohstoffgewinnung üblich. Dass nun erstmals ein Radlader dieser Klasse einem umfassenden Teil-Rebuild unterzogen wurde, hat Pilotcharakter. Das Spezialprogramm ist eine Kooperation von Remex und der Zeppelin Baumaschinen GmbH. Zwei ihrer Standorte in Deutschland waren beteiligt: In Berlin wurden Chassis und schwere Komponenten aufgearbeitet, in Frankenthal in der Pfalz erfolgte die Überholung des Getriebes. Damit blieb die gesamte Wertschöpfung im Land. Ein Pluspunkt für die heimische Wirtschaft und die Umwelt.

Der Cat Radlader 950M war seit 2015 bei Remex in Potsdam im Dauereinsatz.

Im Fokus des Projekts stand die Überarbeitung der am stärksten beanspruchten Komponenten des Radladers: Hydraulik und Antriebsstrang. Dazu zählten unter anderem Hydraulikpumpen, Zylinder, Ventile und Schläuche sowie Getriebe, Achsen, Drehmomentwandler und Lager. Zusätzlich erhielt der Cat 950M technische Modifikationen für den zukünftigen Betrieb. Neue Motorentechnologie wird in Zukunft Energieverbrauch und Treibhausgasausstoß reduzieren. Das Chassis wurde vollständig demontiert, sorgfältig aufgearbeitet und neu lackiert. So erhielt die Maschine nicht nur technisch, sondern auch optisch einen nahezu neuwertigen Zustand.

„Mit dem Rebuild wird die volle Leistungsfähigkeit des Cat 950M wiederhergestellt, die Lebensdauer verlängert und der ökologische Fußabdruck der Maschine optimiert“, erklärt Marko Gaspar, Verkaufsleiter Geschäftsbereich Konzernkunden bei Zeppelin.

In der Zeppelin Niederlassung Berlin wurden Chassis und schwere Komponenten aufgearbeitet, in der Zeppelin Niederlassung Frankenthal erfolgte die Überholung des Getriebes. Fotos: Remex/Caterpillar

Vor Projektbeginn wurde, wie bei Remex üblich, auch der Einsatz alternativer Antriebstechnologien evaluiert. Allerdings sind in Tagebaubetrieben oder auf Deponien mit großen Fahrdistanzen elektrisch betriebene Maschinen derzeit oft weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll. Die Einsatzleistung ließe sich teilweise nur durch den parallelen Betrieb mehrerer Maschinen erreichen. Der Rebuild stellte hier eine realistische und wirksame Alternative dar: Er verlängert die Nutzungsdauer, reduziert den Ressourcenverbrauch und senkt Emissionen – ohne Kompromisse bei Leistung und Zuverlässigkeit.

„Der Rebuild des Cat Radladers 950M ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer zukunftsorientierten Maschinenstrategie und ein klares Bekenntnis zu Innovation, Effizienz und Umweltverantwortung“, so Tim Autenrieth, Geschäftsleitung Technik bei Remex.

KASTEN:
Umweltvorteile des Rebuilds

•           Geringerer Treibhausgasausstoß durch modernisierte Motorentechnik
•           Ressourcenschonung durch Wiederverwendung vorhandener Bauteile
•           Optimierter Energieverbrauch durch neue Komponenten
•           Reduzierte Transportentfernungen durch Überarbeitung in Deutschland

April 2026