Technik trifft Vertrauen

Bei der Übergabe zweier neuer Cat Kettenbagger 320 an die Ferraro-Gruppe aus dem saarländischen Neunkirchen wurde es emotional, als Porträts am Baumaschinenheck enthüllt wurden. Sie zeigen Cavaliere Damiano Ferraro, Gründer der Ferraro-Gruppe, sowie seinen Sohn und CEO, Giuseppe Ferraro. Aufbringen ließ die Graffiti-Kunst die Zeppelin Niederlassung Illingen als Zeichen der Wertschätzung. Harte Fakten wie Betriebskosten, Hydraulikleistung und Reichweite zählen nicht allein, sondern im Fokus steht auch eine seit Jahrzehnten gewachsene Partnerschaft im Tagesgeschäft, welche die beiden Baumaschinen widerspiegeln. Die Idee für das besondere Design hatte Niederlassungsleiter Michael Eckert, der die Unternehmensgruppe mit dieser ungeplanten Geste überraschte. „Sie hat für uns eine besondere Bedeutung und hat uns tief bewegt“, so Cavaliere Damiano Ferraro. Giuseppe Ferraro unterstreicht: „Es ist ein individuell gestaltetes Geschenk, das nicht nur zwei Maschinen zeigt, sondern unsere gemeinsame Geschichte erzählt.“

Porträts am Baumaschinenheck zeigen Cavaliere Damiano Ferraro (rechts), Gründer der Ferraro-Gruppe, sowie seinen Sohn und CEO, Giuseppe Ferraro (links). Damit überraschte sie der Niederlassungsleiter Michael Eckert (Mitte).

Als Sohn italienischer Gastarbeiter kam der Firmengründer in den 60er-Jahren aus Sizilien ins Saarland und baute sich dort mit viel Fleiß, Geschick und Können eine berufliche Existenz und später eine Firmengruppe von weltweitem Format auf. Die berufliche Laufbahn steht exemplarisch für eine gelungene Integration. Das erkannte auch die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, die den Unternehmer auf Empfehlung der saarländischen Landesregierung zum Migrationsgipfel nach Berlin einlud. Auch der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi würdigte die Leistung des Firmengründers und ernannte ihn zum „Cavaliere Al Merito della Repubblica d’Italia“ – Ehrenritter der Republik Italien, eine Auszeichnung, die Cavaliere Damiano Ferraro mit Stolz trägt. Denn dass er es einmal so weit bringen würde, war keineswegs ausgemacht, obwohl er von Anfang an harte körperliche Arbeit an den Tag legte. Bevor er den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, arbeitete er – wie viele seiner Generation – unter Tage als Bergmann. Ein Unfall führte dazu, dass er bereits im Alter von 24 Jahren in die Branche des Rückbaus und der Entkernung wechselte. Mit bescheidenen Mitteln legte er 1977 den Grundstein. Trotz schwieriger Anfangsbedingungen zeigte sich rasch sein Gespür für das Geschäft. Mit der Gründung der F&R Industriedemontage und Abbruch GmbH gelang ihm schließlich der Durchbruch: Ein Großauftrag aus der Chemieindustrie ermöglichte erstmals größere Investitionen und leitete die Wachstumsphase ein. So wie mit den Jahren der Gerätepark ausgebaut wurde, wurde auch die Belegschaft mit wachsendem Auftragsvolumen mehr und mehr – sie ist inzwischen auf rund 400 Mitarbeitende angestiegen.

1993 ging es los mit einem Poclain LC 80, auf den kurz darauf ein gebrauchter Cat Bagger in der 50-Tonnen-Klasse folgte. „Das war die Grundlage, die wegweisend war und schon damals ein Zeichen setzte“, so Michael Eckert. Die Maschine wurde „gekauft mit Mut, Vision und Unternehmergeist“, so Giuseppe Ferraro. Mit dem Einstieg in die Maschinenklasse von 50 Tonnen war die Richtung der Modellreihe 350 vorgegeben: Kettenbagger dieser Größe dominieren heute den Fuhrpark und bilden zusammen mit 20-Tonnen-Baggern die größte Gruppe unter den rund 350 Cat Großmaschinen. Allein im letzten Jahr wurden zehn von rund 50 Cat Baumaschinen vom Typ 352 der neuen Maschinengeneration bestellt. Vorgesehen sind sie für den schweren Industrieabbruch, für den sie dank Straight-Boom ausgerüstet sind. Drei weitere Cat 352 mit UHD-Ausleger und mit 28 Metern Reichhöhe sind weitere Schlüsselgeräte. Rückbau und Industriedemontagen bilden die Konstanten im Geschäft der Ferraro-Gruppe. Hinzu kommen die Revitalisierung von Industrieflächen sowie die Projektentwicklung.

2025 wurde die bislang größte Einzelinvestition des Familienunternehmens bei Zeppelin in Illingen getätigt, die Cavaliere Damiano Ferraro mit seinem Sohn und CEO Giuseppe Ferraro verantwortet. Diese umfasste ein Paket aus 50 Großbaggern, 30 Kompaktmaschinen und zahlreichen Anbaugeräten. „Dass wir diesen Auftrag erhalten haben, ist das Ergebnis harter Verhandlungen und keine Selbstverständlichkeit, sondern weil sich zwischen beiden Seiten über die Jahre eine intensive Partnerschaft entwickelt hat. Baustellen sind heute eng getaktet, erlauben keinen Stillstand bei zeitkritischen Projekten und müssen zügig abgewickelt werden. Unser Service tut alles dafür, den Maschinenpark des Kunden betriebsbereit zu halten“, erklärt der Zeppelin Niederlassungsleiter aus Illingen. Selbst bei einem Ernstfall am 24. Dezember war ein Einsatz unausweichlich. „Wir mussten auf einer Baustelle in Freiburg ein Laufwerk eines 352 auseinanderbauen. Der große Pluspunkt eines starken Partners wie Zeppelin ist, dass wir so flexibel sind, schnell bundesweit reagieren können und selbst international aufgestellt sind. Das kommt der Ferraro-Gruppe entgegen“, so Michael Eckert, der seit 2006 den Kunden erst im Bereich Vermietung und seit 2016 seitens Baumaschinenvertrieb betreut.

Die Firmengruppe versteht sich als zukunftsorientiertes Unternehmen, das Innovationsbereitschaft an den Tag legt und so den Blick stets nach vorne richtet. Stetig wird von ihr die Modernisierung des umfassenden Maschinenparks vorangetrieben, der mit großvolumigen Projekten im In- und Ausland gewachsen ist. Zwei Cat Großbagger 6015, modifiziert für massive Abbrucheinsätze dank einer Hammer-Scherenhydraulik und flexibler Transporte aufgrund eines leicht zu demontierenden Fahrwerks, markieren das obere Ende der Skala. Das untere Ende dagegen ein 900 Kilogramm leichter Cat Mikrobagger 300.9. Auch bei den Anbaugeräten herrschen große Dimensionen, wie die weltweit größte Cat Schrottschere S3090, zwei S3070 und eine S3050 zeigen.

Während anfangs noch Gebrauchtmaschinen angesagt waren, ist heute neue Technik der Schlüssel für Wachstum. Jüngstes Beispiel: die Fernsteuerung Cat Command. Mithilfe einer mobilen Steuerkonsole will die Firmengruppe Baggerfahrer konsequent aus der Gefahrenzone heraushalten und es ihnen ermöglichen, ihre Arbeitsgeräte sicher aus der Distanz zu steuern. Die Technologie lässt sich bei gefährlichen Anwendungen wie im Abbruch, etwa bei instabilen Bauwerken oder in kontaminierten Bereichen, in denen das Gefährdungspotenzial für die Mitarbeiter zu groß ist, einfach und schnell ohne zusätzliche Infrastruktur einsetzen. Giuseppe Ferraro erklärt, was sein unternehmerischer Anspruch ist: „Fortschritt entsteht durch moderne Technologie – wir statten unsere Mitarbeiter darum mit neuester Technik aus.“ In absehbarer Zukunft sollen zusätzliche Maschinen mit einer Konsole für Fernsteuerung ausgerüstet werden. Dabei zählt Vertrauen in einen starken Partner. „Es brauchte Zeit, bis sich unsere starke Geschäftsbeziehung, wie sie heute besteht, so entwickelt hat. Die Partnerschaft zeigt sich vor allem im Tagesgeschäft mit kurzen Reaktionszeiten im Service, hoher Maschinenverfügbarkeit und der Fähigkeit, große Investitionen umzusetzen“, so Michael Eckert. Dabei behaupten beide Partner: Nur mit dem jeweils anderen war Wachstum in dieser Form möglich. Und das soll in Zukunft fortgeführt werden. Dafür sorgt insbesondere CEO Giuseppe Ferraro, der den eingeschlagenen Kurs seines Vaters weiter fortführt, den Ausbau des Geschäfts vorantreibt und operative Schlagkraft mit strategischen Investitionen verbindet. Parallel setzt er mit einer Modelinie Ferraro Couture Milano auch außerhalb der Baubranche unternehmerische Akzente und führt das Familienunternehmen entschlossen in die nächste Größenordnung.

August 2026