Rehbrauner Cat M319: Ein toller Hecht

Schon beim Öffnen der Kabinentür wird jedem Fahrer klar, dass der Cat Kurzheck-Mobilbagger M319 keine Baumaschine von der Stange ist: In braunem Alcantara-Leder ist der Innenraum verkleidet. Wo normalerweise Funktionalität dominiert, herrscht von der Armatur bis unter den Dachhimmel schlichte Eleganz. Das schafft eine edle Umgebung, die man eher bei einem luxuriösen Sportwagen vermutet und weniger bei einer Arbeitsmaschine. „Könnt ihr das auch?“ Mit dieser Frage lockte Bauunternehmer Sebastian Hecht Danilo Zentner, leitenden Verkaufsrepräsentant der Zeppelin Niederlassung Rostock, aus der Reserve und animierte ihn, eine solche Sonderausstattung anzubieten. Die Alcantara-Verkleidung ist beileibe nicht die einzige Besonderheit. Auch außen glänzt die Arbeitsmaschine in Rehbraun, passend zum Fuhrpark des Straßen- und Tiefbauunternehmens. Doch nicht nur optisch setzt der Mobilbagger Akzente. Auch technisch steckt der M319 voller Details, die man in dieser Form nur selten antrifft und manche Fahrer vor Neid erblassen lassen.

Die Farbwahl kommt nicht von ungefähr. „Braun hat nicht jeder“, erklärt Sebastian Hecht. Während auf Baustellen überwiegend gelbe, blaue, rote oder grüne Maschinen anzutreffen sind, entschied er sich bewusst für einen anderen Weg. Der rehbraune Farbton passt nicht nur zum Erscheinungsbild des Unternehmens und zur Arbeitskleidung, sondern spiegelt auch das Arbeitsumfeld im Straßen- und Tiefbau wider. Gleichzeitig verleiht er dem Mobilbagger eine hochwertige und unverwechselbare Optik.

Optisch setzt der Bagger Akzente in Rehbraun.     

Bei der Konfiguration spielte der Fahrerkomfort eine zentrale Rolle. Fahrer verbringen täglich viele Stunden in ihrer Maschine. „So einen Bagger dürfte es in dieser Ausstattung kaum ein zweites Mal geben. Natürlich ist so eine Verkleidung reine Spielerei“, weiß Sebastian Hecht. Dennoch wurde beim neuen Cat M319 selbst an scheinbar kleine Details gedacht. „Es ist zwar immer noch eine Baumaschine, aber wir machen hier für unsere Kunden fast alles möglich und versuchen ihre Wünsche umzusetzen“, so Danilo Zentner. So gehört eine eigens angefertigte Box für Hausschuhe zur Ausstattung. Das verdeutlicht, welchen Stellenwert ein gepflegter Fahrerarbeitsplatz im Unternehmen hat. Und sollte doch einmal das eine oder andere Staubkorn im Inneren landen, wurde eigens ein Luftkompressor angeschafft, um die Kabine von Schmutzpartikeln freizublasen.

Optisch setzt der Bagger weitere Akzente: So wartet der Cat M319 mit moderner Kamera- und Lichttechnik auf. Für einen besonderen Auftritt sorgen zudem in die Maschine integrierte LED-Lichtleisten auf dem Kabinendach. Über dem Bagger-Heck wurde ein Lichtbalken angebracht. Insbesondere im Herbst und Winter ist es in der Früh noch dunkel und nachmittags wird es schnell dämmrig. Dann braucht ein Baggerfahrer besonders viel Licht. Extra LED-Lichtstreifen wurden hinter der Verkleidung der normalen Rücklichter eingebaut. Der Effekt bei Dunkelheit: Dann sollen die Rücklichter noch besser sichtbar sein. Während Alcantara-Ausstattung, Beleuchtung und Sonderlackierung sofort ins Auge fallen, zeigen sich die eigentlichen Stärken des Mobilbaggers erst im täglichen Arbeitseinsatz. Zahlreiche technische Details wurden gezielt auf die Anforderungen im Tief- und Straßenbau abgestimmt. Hier hat Unternehmer Sebastian Hecht vieles bei seinem neuen Flaggschiff durchdacht: Er wählte bewusst die Kurzheck-Bauweise, um auch andere Baustellen als bisher realisieren zu können. „Wir haben damit noch mehr Möglichkeiten und können auch unter beengten Platzverhältnissen arbeiten. In der Vergangenheit wurden uns da das eine oder andere Mal Grenzen gesetzt. Nun können wir weiterarbeiten, wenn Straßen halbseitig gesperrt werden, während der Verkehr die Baustelle passiert“, erklärt er. Neben der Flexibilität überzeugt Hecht vor allem die hohe Standfestigkeit der Maschine. Der Mobilbagger bringt mit allem Zubehör rund 21 Tonnen Einsatzgewicht auf die Waage, erreicht eine Grabtiefe von 6,40 Metern und eine Reichweite von knapp zehn Metern. Zudem sorgt die Zwillingsbereifung mit Graderprofil ohne Zwischenring für ein hohes Maß an Stabilität. Auch die Kotflügel wurden modifiziert – sie erhielten Stahlkappen beziehungsweise ein Riffelblech. Das schützt sie beim Aufstieg in die Kabine.

Möglichst ohne große Unterbrechung schnell wieder weitermachen, lautet die Devise, wenn ein Werkzeugwechsel ansteht. Eingesetzt wird eine ganze Bandbreite an verschiedenen Löffeln, Greifern und Anbauverdichtern. Dafür erhielt der Cat M319 den hydraulischen Schnellwechsler OilQuick. Damit Anbauwerkzeuge endlos drehen und gleichzeitig seitlich schwenken können, wurde die Maschine zusätzlich mit einem Tiltrotator ausgestattet. Dieser schafft mehr Beweglichkeit, sodass sich Werkzeuge in nahezu jede Position bringen lassen, ohne den Bagger neu ausrichten zu müssen. Am Tiltrotator ist ein Greifermodul montiert. Damit lassen sich beispielsweise Kanaldeckel, Schachtabdeckungen oder andere Bauteile sicher aufnehmen und präzise positionieren. Gerade auf engen Baustellen spielt diese Kombination ihre Stärken aus. Der Fahrer erreicht Bereiche, die mit einem herkömmlichen Bagger nur schwer zugänglich wären, kann um Hindernisse herumarbeiten, Baugruben präzise verfüllen oder Gelände modellieren, ohne die Maschine ständig neu ausrichten zu müssen. Sebastian Hecht richtete die Ausstattung gezielt darauf aus, mit einer Maschine möglichst viele Aufgaben zu übernehmen. Der Ansatz dabei: manuelle Arbeiten zu reduzieren, Arbeitskräfte gezielter einzusetzen und möglichst kein zweites Gerät zu benötigen.

Und noch eine Idee aus der Baustellenpraxis wird am Cat M319 in Kürze umgesetzt: Häufig steht ein Mitarbeiter im Graben und muss den Baggerfahrer bei präzisen Arbeiten einweisen. Jeder Tiefbauer kennt die Situation: Der Baggerfahrer versucht, die Anweisungen zwischen Motorgeräusch und Baustellenlärm zu verstehen. Dank Stielkamera und geplantem Mikrofon am Löffel sollen sich beide in Zukunft direkt abstimmen. Das verkürzt die Kommunikationswege, erhöht die Präzision und schafft zusätzliche Sicherheit im Arbeitsbereich. Unterstützt wird der Fahrer durch die integrierte 2D-Maschinensteuerung. Sie hilft dem Maschinisten, die geforderten Tiefen und Höhen sicher einzuhalten, ohne ständig nachmessen zu müssen. „Wenn sich der Einsatzbereich der Maschine weiterentwickelt, wäre es auch denkbar, die Vorrüstung auf eine 3D-Steuerung freischalten zu lassen“, so Sebastian Hecht.

Der hohe Technisierungsgrad des M319 kommt nicht von ungefähr. Er spiegelt die Entwicklung des Unternehmens wider, das seit über 30 Jahren besteht, rund 20 Mitarbeiter beschäftigt und sein Leistungsspektrum in den vergangenen Jahren konsequent erweitert hat. Ein wichtiger Meilenstein war der Erwerb der DVGW-Zulassung im Jahr 2020. Damit qualifizierte sich der Betrieb für Arbeiten an Gas- und Trinkwasserleitungen, einem Bereich mit besonders hohen Anforderungen an Qualität und Sicherheit. In den Folgejahren kamen weitere Zertifizierungen hinzu, darunter die Zulassung nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) für Arbeiten beispielsweise im Tankstellenbau. Die Investitionen in die aufwendigen Zertifizierungen zahlten sich aus: Heute ist das Unternehmen unter anderem im Netzausbau sowie im Trinkwasserleitungsbau gelistet und hat sein Leistungsspektrum deutlich erweitert. Dadurch können Projekte weitgehend aus einer Hand abgewickelt werden, was dem Betrieb ein Alleinstellungsmerkmal verschafft und die Marktposition nachhaltig stärkt.

Bei aller Sonderausstattung und Technik ist für Sebastian Hecht noch ein anderer Aspekt entscheidend: die Menschen dahinter. Seit mehr als drei Jahrzehnten vertraut das Unternehmen auf Zeppelin und Cat. „Natürlich gibt es überall einmal Herausforderungen. Entscheidend ist aber, wie man damit umgeht. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Mitarbeiter kümmern, engagiert sind und immer nach einer Lösung suchen. Das schätze ich“, sagt Sebastian Hecht über die langjährige Zusammenarbeit mit der Zeppelin Niederlassung Rostock und Verkaufsrepräsentant Danilo Zentner, der dafür sorgte, dass diesem Mobilbagger mit der Alcantara-Kabine auf der Baustelle kaum jemand so schnell die Show stehlen dürfte. 

August 2024