Neuer Cat KI-Assistent und nächste Stufe von Autonomie läuten neue Baumaschinen-Ära ein

Von High-End-Grafikkarten über brillante Displays bis hin zu Gaming-Gadgets: Auch diesen Januar standen sie wieder im Rampenlicht auf der CES. Techgiganten präsentierten auf der weltweit größten Fachmesse für Unterhaltungselektronik in Las Vegas ihre neuesten Entwicklungen bei künstlicher Intelligenz, Smart Home, Robotik, Mobile Devices und Entertainment. Doch was hatten dort tonnenschwere Baumaschinen zu suchen? Joe Creed, CEO von Caterpillar, lieferte die Antwort in seiner Keynote auf der CES: Die Gewinnung von Kupfer, Eisen, Lithium sowie von seltenen Erden, der Bau kritischer Infrastruktur für Stromtrassen sowie die Stromversorgung für Rechenzentren, die mithilfe von Caterpillar realisiert werden, bilden das Fundament der modernen Welt – ohne sie wäre eine digitale Welt nicht möglich. Doch wie entwickelt sich das gelbe Eisen weiter, wenn KI, Autonomie und fortschrittliche Analytik dazukommen? Die Unternehmensführung des Baumaschinenriesen nutzte die Bühne der Messe, um zu demonstrieren, welche Innovationen die Entwicklung von Baumaschinen vorantreiben – allen voran der neue Cat KI-Assistent, der im ersten Quartal dieses Jahres livegeschaltet werden soll.

„Die Welt braucht mehr Chips. Chips brauchen seltene Erden, und sie benötigen mehr Energie, als heutige Ressourcen liefern können. Die gesamte digitale Wirtschaft benötigt Infrastruktur, die schneller gebaut wird und unter allen Bedingungen zuverlässig bleibt. Das sind keine Softwareprobleme, sondern Herausforderungen, die Caterpillar einzigartig lösen kann. Und genau das ist der Kern unserer Strategie“, erklärte Joe Creed in seiner Keynote auf der CES. Dort stellte er das neue Werkzeug für Caterpillars Wandel vom traditionellen Maschinenhersteller zum Hightech Innovator samt neuer Möglichkeiten dank Sensoren, Software, Konnektivität und KI vor. Als wegweisende Innovation rückte er den neuen KI-Assistenten in den Mittelpunkt, mit dessen Hilfe Sicherheitsfunktionen oder intelligentes Flottenmanagement bereitgestellt werden können.

Auf der CES konnten Besucher am Beispiel eines Cat Minibaggers 306 live erleben, wie intuitiv der neue Cat KI-Assistent und die Sprachinteraktion funktionieren: Wer noch nie in einem Minibagger gesessen hat, startet einfach mit „Hey Cat. Wie fange ich an?“ – und erhält sofort klare Anweisungen zu Joysticks, Fahrhebeln und grundlegender Bedienung. So antwortet der Cat KI-Assistent: „Linker Joystick für Schwenken und Steuerung, rechter Joystick für Ausleger und Löffel. Fahrbewegung über die Hebel vor dir. Sag Bescheid, wenn du Hilfe brauchst.“ Diese direkte Unterstützung ermöglicht auch weniger geübten Maschinisten den souveränen Umgang mit der Technik. In einer Demo wurde eine Baustellensituation mit Stromleitungen simuliert. Auf den Befehl „Hey Cat. Setze eine Sicherheitsgrenze von 130 Zentimetern.“ stoppte der Bagger automatisch die Bewegung, sobald der Löffel sich der Grenze näherte. So zeigte der KI-Assistent, wie er Fahrer schützt und die Sicherheit rund um die Maschine erhöht.

„Hey Cat“ – wenn ein Fahrer einer Baumaschine in Zukunft auf diese Weise ein Gespräch mit seinem Arbeitsgerät beginnt und anschließend eine Arbeitsanweisung durchgibt, setzt der neue KI-Assistent den Sprachbefehl – wie ein Co-Pilot in der Kabine – um. So können Fahrer in den Dialog mit ihrer Baumaschine treten und auf neue Weise interagieren. In der Kabine ermöglicht der KI-Assistent per Sprachsteuerung das Einstellen von Funktionen und verbindet Nutzer mit den passenden Cat Apps und Websites. Er gibt Tipps zum vorausschauenden Fahren, beantwortet Fragen und hilft, Fehler zu vermeiden. Das macht den Betrieb einfacher, sicherer und effizienter. Der KI-Assistent personalisiert Empfehlungen zu Ausrüstung, Ersatzteilen, Wartung und mehr. Er priorisiert Aufgaben und überwacht den Zustand der Maschinen.

Der KI-Assistent, der die Nvidia Jetson Thor Plattform für Spracherkennung nutzt, hat Zugriff auf eine riesige Menge an Daten von Caterpillar, die auf der Helios Unified Data Platform gespeichert sind. „Caterpillars starke digitale Basis, einschließlich unserer Helios Datenplattform, die Daten von rund 1,5 Millionen vernetzten Assets weltweit verarbeitet und über 16 Petabyte an Daten verwaltet, hilft uns, schnell neue KI-Funktionen bereitzustellen, um unseren Kunden zum Erfolg zu verhelfen“, erklärte Ogi Redzic, Chief Digital Officer von Caterpillar. Per Sprachbefehl an den KI-Assistenten können künftig auch Werkstattmitarbeiter schnell den richtigen Abschnitt aus einer Bibliothek von Tausenden von Handbüchern aufrufen. So bietet der KI-Assistent Schritt für Schritt Anleitungen für Reparaturen, weist auf häufige Probleme hin und schlägt zusätzliche Teile vor, um die Arbeit abzuschließen – das spart Zeit und Ressourcen. Der KI-Assistent entwickelt sich mit den Abläufen weiter, verfeinert kontinuierlich Erkenntnisse und Empfehlungen, um ungeplante Vorfälle in geplante Wartung umzuwandeln und Unternehmen in der Fehlerbehebung zu unterstützen.

Joe Creed, CEO von Caterpillar, stellte in seiner Keynote auf der CES, der weltweit größten Fachmesse für Unterhaltungselektronik in Las Vegas, neue Werkzeuge für Caterpillars Wandel vom traditionellen Maschinenhersteller zum Hightech-Innovator vor: Als wegweisende Innovation rückte er den neuen Cat KI-Assistent in den Mittelpunkt.

„Technologie beschleunigt und erweitert unsere Fähigkeit, Kundenbedürfnisse zu erfüllen, indem wir tiefgreifende digitale Erkenntnisse nahtlos mit unserer Maschinenkompetenz verbinden, um Lösungen für die wichtigsten Aufgaben unserer Kunden bereitzustellen“, sagte Joe Creed. Auf der CES definierte Caterpillar die Arbeitsweise mit Baumaschinen neu: Ihre Produktivität, Effizienz und Sicherheit lassen sich durch die Kombination von Daten und KI steigern – so die Botschaft auf der weltweit größten Fachmesse für Unterhaltungselektronik. „Stellen Sie sich vor: Ein Minenbetreiber spielt ein Software-Update aus, das die gesamte Flotte so konfiguriert, dass sie eine neue Grubenwand sicher umfährt. Die riskanten Tätigkeiten verlagern sich auf Maschinen, während Menschen dort eingesetzt werden, wo ihr Urteilsvermögen am meisten zählt. Und weil das System in Echtzeit lernt und optimiert, steigen Effizienz und Leistungsfähigkeit auf der Baustelle. Genau das ist für unsere Kunden entscheidend“, so Joe Creed.

Der Caterpillar Chef positionierte den führenden Baumaschinenproduzenten als zentralen Akteur der künstlichen Intelligenz. Neue Möglichkeiten eröffnet dafür die Partnerschaft mit Nvidia, einem der derzeit wichtigsten Hersteller von Grafikprozessoren, der auf der Messe seine Fortschritte in den Bereichen künstliche Intelligenz und Autonomie herausstellte. Deepu Talla, Vice President für Robotik und Edge AI bei Nvidia, kündigte eine weitere Zusammenarbeit mit Caterpillar an, um die Innovationsgeschwindigkeit in der Branche zu erhöhen. Es geht dabei nicht um einzelne Produkte, sondern darum, KI direkt in Baumaschinen, Baustellenabläufe und Produktionssysteme weiter zu integrieren. „Da KI über Daten hinausgeht und die physische Welt neu gestaltet, eröffnet das neue Chancen für Innovation – von Baustellen und Fabrik­hallen bis hin zu Büros“, ergänzte Joe Creed.

Caterpillar will in Zukunft die Flotte autonomer Maschinen auf Bagger, Radlader, Walzen und Dumper ausdehnen. Fotos: Caterpillar

Das gilt insbesondere für autonome Baumaschinenflotten – auch dafür präsentierte Caterpillar auf der CES seine Vision, die auf Innovationen aufbaut, die das Ergebnis von mehr als drei Jahrzehnten Forschung, Entwicklung und Praxiseinsatz im Bereich Automatisierung und Maschinenintelligenz sind. Der Einstieg in die Autonomie begann in den 80er-Jahren mit der Partnerschaft mit der Carnegie Mellon University, um Software, GPS- und Sensorsysteme zu entwickeln, die zu den ersten autonomen Lkw-Tests führten. In den 90er-Jahren verbesserte Caterpillar die Fähigkeiten in den Bereichen Sensorik, Positionierung und Steuerung – die Grundlage für heutige autonome Abläufe. Mitte der 2000er-Jahre folgten Praxistests unter extremen Bedingungen, und Caterpillar gehörte zu den ersten Unternehmen, die Level 4 Autonomie erreichten: Maschinen, die vollständig eigenständig arbeiten. Heute betreibt Caterpillar eine der größten autonomen Flotten in Minen weltweit, die bereits über elf Milliarden Tonnen Material sicher bewegt und mehr als 380 Millionen Kilometer zurückgelegt hat. Das alles basiert auf KI, maschinellem Lernen, Computer Vision und Edge Computing, die Sensordaten in Echtzeit verarbeiten und als digitales Nervensystem für die Baustelle dienen. Integrierte LiDAR-, Radar-, GPS- und hochauflösende Kameras liefern eine 360-Grad-Ansicht der Baustelle, die kontinuierlich aktualisiert wird sowie präzise und zuverlässige autonome Abläufe selbst in komplexen Umgebungen ermöglicht. „Warum automatisieren wir die größten Maschinen der Welt? Wir tun es, weil sich die Branche rasant verändert – bedingt durch Arbeitskräftemangel und steigende Produktivitätsanforderungen. Autonomie hilft unseren Kunden, ihre Betriebe zu skalieren, Kosten zu kontrollieren und Menschen zu schützen“, erklärte Jaime Mineart, Chief Technology Officer von Caterpillar, auf der CES. Sie gab bekannt, dass Caterpillar in Zukunft die Flotte autonomer Maschinen auf Bagger, Radlader, Walzen und Dumper ausdehnen und so die Produktgruppe erweitern will. Die Gründe dafür sind laut Jaime Mineart: „Autonomie revolutioniert den Bergbau. Aber die größte Chance liegt im Bauwesen – auf den Baustellen. Komplexe Umgebungen, riesige Volumina, hoher Einfluss auf Menschenleben. Bauprojekte sind anspruchsvoll: enge Margen, unvorhersehbare Zeitpläne, Fachkräftemangel – und enorme Sicherheitsrisiken. Vor wenigen Jahren schien vollautonomes Bauen wie eine Fantasie. Baustellen seien dafür zu variabel, zu dynamisch, zu schwer vorhersehbar. Aber heute – dank Fortschritten in Edge Computing und KI, viele davon unterstützt durch Partner wie Nvidia – können Maschinen Entscheidungen in Sekundenbruchteilen treffen, basierend auf Millionen von Datenpunkten. Das beschleunigt Validierung und Kontrolle, ohne Sicherheit zu opfern“, so Jaime Mineart. Schon heute ermöglicht die Nvidia Jetson Thor Plattform Echtzeit-KI-Inferenz auf Cat Baumaschinen und legt damit die Grundlage für Autonomie der nächsten Generation sowie intelligente Fahrer­assistenzsysteme. Das stellt sicher, dass die Maschinen für KI-unterstützte und potenziell autonome Betriebsabläufe bereit sind. Beispiele lieferte der Baumaschinenhersteller mit Bau- und Bergbaumaschinen, die KI-gesteuerte Empfehlungen geben und Milliarden von Datenpunkten in Millisekunden verarbeiten, um komplexe, variable Baustellenbedingungen zu bewältigen. Hinzu kommen ganze Flotten, die durch KI, maschinelles Lernen, Computer Vision und Edge Computing angetrieben werden und Sensordaten in Echtzeit verarbeiten. Um den sich wandelnden Anforderungen der Branche gerecht zu werden, nutzt Caterpillar seine Nvidia KI-Factory aber auch selbst, um Produktionsprozesse zu automatisieren und zu beschleunigen, die Fabrikation von Maschinen effizienter zu machen und digitale Zwillinge einzusetzen, um Maschinendesigns zu testen, bevor Bagger, Radlader und Co. aus Stahl gebaut werden und dann auf Baustellen ihre Arbeit verrichten.


Februar 2026