In Ulm, um Ulm oder um Ulm herum? Diese Frage wird die neugegründete WBM Weißenhorner Baumaschinen GmbH in Zukunft öfter stellen, wenn sie Arbeitsgeräte auf Baustellen liefern soll. Das Unternehmen hat einen Mietpark gegründet, bei dem Cat Baumaschinen die Oberhand haben. Das ist nicht nur der Nähe zur Zeppelin Niederlassung Weißenhorn und ihrem Verkaufsrepräsentanten Steve Wiedmann geschuldet, sondern hat noch andere Gründe.
Der Mietpark richtet sich an die Bau- und Abbruchbranche. Im Fokus sind Gewerbekunden in einem Umkreis von hundert Kilometern vom Firmensitz entfernt. „Aktuell sehen wir eine Zurückhaltung bei Bauprojekten, geschuldet den steigenden Zinsen und hohen Baukosten. Investitionen sind rückläufig. Diesem Trend wollen wir entgegenwirken: Mancher Unternehmer will lieber auf Nummer sicher gehen und eine Maschine mieten. Damit hat er klar kalkulierbare Kosten und kennt seine monatliche Belastung genau“, zählt Marc Schmid, Geschäftsführer der WBM, die Vorteile auf. Und diese Lücke will das Unternehmen schließen.

Maschinen zur Miete anzubieten, ist das eine. Das andere, es Interessenten dabei so einfach wie möglich zu machen. WBM setzt daher auf Digitalisierung von der Anmietung bis zur Rückgabe. „Wir haben uns überlegt, was wir anders als der Wettbewerb machen können und haben eine Online-Mietplattform mit dem Ziel einer schnellen Abwicklung aufgebaut, sodass sofort klar ist, was wir verfügbar haben. So muss niemand mehr zum Telefon greifen, sondern schaut online, was er braucht. Kurzum: Schnelligkeit, Verfügbarkeit und Transparenz sind unsere Ausrichtung. Unser Ziel ist ein Vorlauf von 72 Stunden. Dann wollen wir liefern können. Das ist unser Anspruch“, macht Marc Schmid deutlich. Kunden können das verfügbare Baumaschinenmodell und eine Marke wählen. Sie müssen den Mietzeitraum festlegen und sich dann nur noch entscheiden, ob sie die Baumaschine selbst abholen wollen oder sie sich liefern lassen. „Wir wollen die Anmietung so einfach wie möglich gestalten und tagesaktuell Geräte verfügbar halten. Ein paar Mausklicks später und schon wird das Angebot mit dem Preis angezeigt“, meint Marc Schmid. Fahrer, die noch nie mit dem Mietgerät gearbeitet haben, bekommen eine Einweisung, um zu wissen, wie sie damit umgehen müssen. Jeder Maschinist muss die Übergabe mit seiner Unterschrift digital quittieren und der Besteller erhält dann den abgeschlossenen Mietvertrag per E-Mail für die Dokumentation. Tauchen während der Mietdauer Fragen oder Probleme mit der Maschine auf, setzt WBM auf einen Ansprechpartner. Ob Vermietung oder Service: Alles soll aus einem Guss, sprich aus einer Hand, kommen.
Digital heißt für WBM aber auch, weitere Dienstleistungen anzubieten. So soll ein Remote Service aufgebaut werden, der dann telefonisch Anweisungen und Hilfestellung aus der Ferne gibt. Außerdem will das Unternehmen Maschinen mit QR-Codes ausstatten. Darüber sollen Betriebsanleitungen abrufbar sein. Wird der QR-Code gescannt, können auch Erklärvideos angezeigt werden, die WBM selbst erstellen will. Außerdem greift der Vermieter auf Kompetenz in der Nachbarschaft zurück: Wenige Minuten entfernt hat der Baumaschinenlieferant, die Zeppelin Niederlassung Ulm-Weißenhorn, seinen Sitz. Kurze Wege will WBM dann nutzen und setzt hier auf den Service in Form von Parts-Plus-Verträgen seiner kurz vor der bauma erworbenen Cat Flotte. Aber auch umgekehrt will Zeppelin von der Nähe zu WBM profitieren, wenn Arbeiten an Cat Maschinen auszuführen sind und dann WBM dabei unterstützt.
Im Mietpark dominieren Geräte mit kompakter Bauweise, wie Radlader 906, Minibagger 306, 302.7 oder 301.8 sowie eine Walze CS13. Nach oben ist bei einem Cat Kettenbagger 323 und einem Mobilbagger M320 Schluss. Mit der Zeit sollen größere Maschinen hinzukommen, wobei hier begrenzte Platzverhältnisse im Tiefbau die Richtung beziehungsweise Grenze vorgeben. „Brauchen Kunden was Größeres, greifen wir auf unsere Partner zurück. Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt und wollen bis 2027 einen Mietpark mit rund 200 Maschinen oder auch mehr aufbauen, weil wir hier große Wachstumschancen sehen. Das Angebot wollen wir nicht nur auf Baumaschinen begrenzen, sondern wir wollen es auf Baustellenequipment wie Rüttelplatten oder Bautrockner ausweiten“, kündigt Marc Schmid an. Bagger ab fünf Tonnen aufwärts haben alle einen Oilquick-Schnellwechsler. „Cat Maschinen haben bereits ab Werk eine hohe Grundausstattung, die sich deutlich von anderen Anbietern abgrenzt“, so Marc Schmid. So viel zur ersten Ausbaustufe. Die nächsten Schritte wurden auch schon angedacht: Zu den Baumaschinen sollen auch passende Anbaugeräte angeboten werden. Die Weichen in Richtung Maschinensteuerung hat WBM bereits gestellt und kann eine Raupe mit 3D-Steuerung anbieten.
Um die Verwaltung der Flotte so einfach wie möglich zu gestalten, wird ein Tracking der Maschinen erfolgen, was auch der Abrechnung der Tages-, Wochen- oder Monatsmiete dient. Möglich wäre es, dass Kunden auch Maschinen direkt nach Mietende übernehmen. „Die Rückkaufwerte von Gebrauchtmaschinen von Cat kann kein anderer bieten“, ist Marc Schmid überzeugt. Doch das war noch nicht alles, was den Mietpark mit einer Flotte von neun Cat Maschinen starten ließ. „Zeppelin konnte im Gesamtpaket überzeugen und ist auf unsere Wünsche eingegangen. Man merkt, dass das ganze Team am Standort Weißenhorn an einem Strang zieht. Und davon können wir letztlich profitieren.“
April 2025

