Cat Muldenkipper 775 ist für autonomes Fahren ausgelegt

Eines der Trendthemen der bauma war autonomes Fahren. Hier hat der globale Bergbau schon deutlich mehr Fortschritte erzielt als derzeit der Einsatz von Baumaschinen auf deutschen Baustellen oder in Steinbrüchen. Doch es gibt Bewegung: Caterpillar präsentierte auf der bauma in der Halle B6 eine neue Generation von Skw. Der Cat 775 ist bereits für autonomes Fahren vorbereitet.

Letzten November wurde ein erster Meilenstein erreicht. Denn eine Flotte von vier autonom fahrenden Cat Muldenkippern 777G hat dank der Cat MineStar-Technologie Command for Hauling den Transport von Diabas im Werk Bull Run von Luck Stone in Chantilly, Virginia, erstmals erfolgreich absolviert. Doch die Erfahrungen, die Caterpillar auf dem Gebiet des autonomen Fahrens hat, liegen weitaus länger zurück. Seit über zwölf Jahren entwickelt und feilt der weltgrößte Baumaschinenhersteller an der Technologie, die keinen Fahrer mehr in der Kabine erforderlich macht. Mittlerweile sind 9,3 Milliarden Tonnen Material auf drei Kontinenten autonom bewegt und dabei 334 Millionen Kilometer zurückgelegt worden.

Der Einsatz autonom fahrender 777G in dem Unternehmen Luck Stone, größter familiengeführter Hersteller von Schotter, Sand und Kies in den USA, legte den Grundstein für die weitere Erprobung der Technologie. Das ist die Voraussetzung, damit in Zukunft die bestehende autonome Skw-Flotte erweitert werden kann. „Anstatt mehr als hundert Baumaschinen in einer Mine zu automatisieren, die rund um die Uhr arbeiten, automatisieren wir vier Skw in einem Steinbruch, die zehn Stunden am Tag arbeiten“, erklärte Denise Johnson, Group President von Caterpillar und verantwortlich für das Geschäftsfeld Industrie. „Es geht darum, wie wir unsere Technologie und Prozesse transformieren, damit auch kleinere Betriebe für Kunden weiter rentabel sind und sie sicher arbeiten können. Dies kann eine Grundlage dafür sein, wie wir als Unternehmen in anderen Branchen in der Autonomie voranschreiten.“ Caterpillar greift dabei auf sein autonomes Transportsystem Cat MineStar Command zurück, das bereits an Bergbaustandorten auf der ganzen Welt eingesetzt wird. Skaliert werden die Prozesse und Technologie des Systems, um die spezifischen Anforderungen für den Betrieb in Steinbrüchen zu erfüllen. 

Nächster Schritt auf dem Weg zur autonomen Baumaschine: Die neue Generation des Cat Muldenkippers 775 ist für autonomes Fahren ausgelegt. Foto: Zeppelin/Sabine Gassner

Autonome Systeme sollen Unternehmen im Bereich Arbeitssicherheit unterstützen und für Produktivität sorgen. Schließlich lässt sich damit die Transporteffizienz durch weniger Leerlaufzeiten oder unnötige Leerfahrten steigern, wodurch mehr Tonnen mit weniger Maschinen bewegt werden können. Deswegen wird laut Caterpillar weiter daran gearbeitet, neue MineStar-Funktionen auch in batteriebetriebene Technologien zu integrieren, um Ladelösungen zu unterstützen. Autonome Baumaschinen, so die Annahme, werden in der Zukunft eine entscheidende Rolle bei der Energiewende spielen, da solche Systeme und die Daten aus dem Flottenmanagement für das Management der Batterienutzung bei batterieelektrischen Skw genutzt werden. Schließlich müssen Kunden Batteriekapazität, Ladevolumen und Produktionsziele engmaschig überwachen, um die niedrigsten Betriebskosten zu erreichen. Gleichzeitig führt die autonome Technologie dazu, die Sicherheit im Einsatz mit Baumaschinen zu verbessern, indem Fahrer aus potenziell gefährlichen Situationen herausgehalten werden. Autonome Skw können ihre Umgebung und Hindernisse erkennen und darauf reagieren, Abstände einhalten, Geschwindigkeiten anpassen sowie sicher mit bemannten Geräten und Fahrzeugen interagieren, indem sie auf Onboard-Systeme und die Naherkennung zurückgreifen.

Inzwischen bietet die MineStar-Technologie neben dem autonomen Transport eine Reihe von weiteren Anwendungen, um den Betrieb von Baumaschinen zu verbessern. Dazu gehört etwa die Fernsteuerung Cat Command. Aber das ist wiederum eine andere Geschichte.

Juni 2025