Wie BBL Mietservice mit Cat Command neue Wege im Mietgeschäft geht

Wachstum in der Baumaschinenbranche entsteht heute immer seltener allein durch tonnenschwere Maschinen oder große Flotten. Treiber sind dagegen Technologien, die bestehende Ressourcen besser nutzbar machen – durch höhere Effizienz, mehr Sicherheit und neue Geschäftsmodelle. Digitalisierung wird damit vom unterstützenden Werkzeug zum strategischen Faktor. Davon sind der BBL Mietservice aus dem saarländischen Quierschied und ihr stellvertretender Geschäftsführer Marc Sandmeyer überzeugt. Seit acht Jahren ist er im Unternehmen und sondiert seitdem Technologien auf ihr Marktpotenzial. Nun hat er die Fernsteuerung Cat Command ins Visier genommen – eine Steuerkonsole wurde an einem neuen Cat Kettenbagger 320 implementiert, eine weitere wird in Verbindung mit einem neuen Cat Kettenbagger 336 in Kürze eingesetzt. Die Baumaschinen sollen Kunden einzeln, aber auch in Verbindung mit der Konsole plus Bediener mieten können. „Technologie spielt für uns schon lange eine große Rolle, denn für uns stehen zum einen die Sicherheit der Geräte, zum anderen die Sicherheit des Personals an erster Stelle. Wir wollen die Chance der Technologie nutzen und damit als erster Vermieter von Cat Command in Deutschland auf den Markt gehen“, so der stellvertretende Geschäftsführer.

Einsatzpotenziale für die Fernsteuerung sieht der Vermieter im Deponiebau, im Rückbau oder auch in Steinbrüchen. Foto: Caterpillar

Stetig entwickelt er neue Geschäftsmodelle weiter. „Wir probieren vieles aus – mal funktioniert eine neue Technologie auf Anhieb, mal gibt es noch Luft nach oben. Das gehört dazu: Trial and Error. Ich bin überzeugt, dass Cat Command an Akzeptanz gewinnt, sobald der Mehrwert bekannter wird. Doch wie bei der GPS-Steuerung braucht es Zeit und Geduld, bis sich solche Technologien im Markt etablieren. Hier müssen wir nun gewisse Pionierarbeit leisten“, so Marc Sandmeyer, der alles selbst testet, bevor es in den Mieteinsatz bei Kunden geht.

Mit Cat Command sieht er ein ähnliches Potenzial wie damals bei den 3D-Steuerungen. „Wir haben 2016 mit einer Anlage angefangen, mittlerweile sind es über 40. Außerdem sind 80 Geräte bereits Trimble ready und alle Geräte, die aktuell neu angeschafft werden, kommen nur noch ab Werk mit einer 3D-Steuerung. Wenn ein Kunde von uns eine solch hochkomplexe Maschine bekommt, bieten wir natürlich auch hier am Standort vorab eine Schulung für Mitarbeiter an, in der sie alles Wesentliche rund um die Steuerungstechnik vermittelt bekommen, was deren Funktionalität und Bedienbarkeit angeht“, erklärt Marc Sandmeyer. Mit dem Einsatz von Cat Command will er das Mietgeschäft weiter vorantreiben. „Wir glauben, dass wir uns mit Cat Command noch mal einen Riesenschritt nach vorne bewegen. Die Stückzahl wird sicherlich nicht so steigen wie mit GPS-Steuerungen, aber die Einsatzbereiche werden kommen“, ist der stellvertretende Geschäftsführer überzeugt.

Schulungen will der BBL Mietservice zum Umgang mit der Fernsteuerung Cat Command für eigene Fahrer, aber auch für Fahrer von Kunden anbieten.

 Cat Command wird das Unternehmen zunächst für die 20-Tonnen-Klasse anbieten. Das lag auf der Hand: „Der Cat 320 ist schnell transportfähig – die Technik schnell einsatzfähig. Darauf legen unsere Kunden großen Wert“, macht Marc Sandmeyer deutlich. Von dem Cat Bagger 336 in der 40-Tonnen-Klasse hält der Vermieter 20 Modelle, weil sie sich für verschiedene Einsatzgebiete anbieten. „Unsere Kundschaft erwartet natürlich von einem Mietgerät, dass es das Modernste ist, was der Markt hergibt, und dass wir es dann auch auf die Baustellen unserer Kunden bringen“, meint der Vermieter.

Einsatzpotenziale für die Fernsteuerung sieht er im Deponiebau, im Rückbau oder auch in Steinbrüchen. „Dort kann es nach einer Sprengung manchmal zu einem Überhang kommen“, ergänzt er. Denkbar ist die Anwendung, bei der Maschinen nur mit Schutzbelüftungsanlagen arbeiten dürfen – also überall dort, wo Menschen potenziell gefährdet werden. „Mit Cat Command hat BBL ein Alleinstellungsmerkmal am Markt und kann Projekte in Gefahrenzonen bedienen, die andere ablehnen müssen“, so Oliver Backes, Zeppelin Vertriebsrepräsentant der Niederlassung Illingen, der zusammen mit Christian Berling, Caterpillar Vertriebsbeauftragter für Cat Command, Marc Sandmeyer die Möglichkeiten der Technologie aufzeigte. Ein weiteres Beispiel, welches das Unternehmen in Betracht zieht: die Havarie von Windkraftanlagen. „In der Vergangenheit war hier unsere Technik schon öfter gefordert. Aktuell bearbeiten wir gerade ein Projekt, bei dem das gesamte Generatorhaus mit dem Rotor aus 125 Metern abgestürzt ist und etwa acht Meter tief in der Erde steckt. Genau für solche Baustellen bietet sich Cat Command an, weil der Baggerfahrer nicht in der Kabine sitzt und somit keinen Gefahren ausgesetzt wird“, erklärt Marc Sandmeyer. Stattdessen steuert der Bediener per Konsole die Bewegungen des Baggers. Cat Command ist vollständig in die elektronische und hydraulische Architektur der Maschine integriert. Steuerbefehle werden direkt an die Maschinenelektronik übertragen und in Echtzeit umgesetzt. „Es gibt keine Verzögerungen. Die Ventilreaktion ist auf die Joystick-Reaktion gut abgestimmt“, bestätigt Marc Sandmeyer.

Schnell hat er sich die Steuerung angeeignet. „Bei unseren Mietkränen gibt es einen ähnlichen Bauchladen. Damit kann ich gut umgehen. Daher war es keine große Umstellung. Ich denke, ein Baggerfahrer wird einen Tag brauchen, bis er sich an die Konsole gewöhnt. Am besten stellt man sich damit seitlich zur Maschine – frontal wird es schwieriger, weil die Bewegungen des Baggers genau entgegengesetzt sind“, berichtet er über seine Erfahrungen.

Sämtliche Arbeitsbefehle werden per Funk in Echtzeit an die Maschine übermittelt, sodass diese exakt die Steuerimpulse ausführt, die sein Bediener vorgibt. Dabei bleibt er stets in Sichtkontakt zur Maschine und behält alle Bewegungen aus sicherer Entfernung unter Kontrolle. „Die mobile Konsole erlaubt es, sämtliche Funktionen des Baggers zu steuern – ganz ohne den Aufbau einer zusätzlichen Kommunikationsinfrastruktur vor Ort. Daher ist das System besonders für die Vermietung geeignet, weil Kunden die Technologie projektspezifisch nutzen können, ohne selbst in Remote-Infrastruktur oder in einen festen Leitstand investieren zu müssen. Gerade für kurzfristige oder einmalige Einsätze senkt das die Hemmschwelle, neue Technologien einzusetzen“, so Christian Berling. Hinzu kommt: Die Fernsteuerung ist nicht auf einzelne Maschinen beschränkt, sondern für verschiedene Bagger und inzwischen auch für kleine sowie mittelgroße Radlader verfügbar. Für Vermieter entsteht so ein skalierbares Angebot, bei dem Bedienkonzept und Schulungsaufwand über Maschinentypen hinweg vergleichbar bleiben. Denn auch die Schulung hat der BBL Mietservice auf dem Schirm: Geplant ist, eigene Fahrer im Umgang mit Cat Command auszubilden, aber auch Fahrer von Kunden darauf zu schulen – so wie es bereits das eigene Schulungszentrum mit Schulungen zu Maschinensteuerungen macht. Die praktische Ausbildung wird begleitend auf dem angrenzenden Baumaschinen-Testgelände durchgeführt – somit können alle Teilnehmer die Theorie in der Praxis ausprobieren.

BBL bietet deutschlandweit und im europäischen Ausland die Vermietung von Baumaschinen mit und ohne Personal an. Die Flotte umfasst derzeit rund 450 Baumaschinen, darunter 300 Modelle der Marke Cat, angefangen bei einem 900-Kilogramm-Mikrobagger bis hin zu einem knapp hundert Tonnen schweren Kettenbagger – sie stehen für das breite Spektrum an klassischen Baumaschinen. Dass dabei die gelb-schwarze Marke dominiert, erklärt sich aus der Zusammenarbeit mit der Zeppelin Niederlassung Illingen. Eduard Peter, Geschäftsführer vom BBL Mietservice, war dort als Verkäufer tätig – er kennt die Stärken des Markenherstellers und weiß, was der Servicepartner im Bereich Wartung, Instandhaltung und Reparatur leisten kann. „Weil wir deutschland- und europaweit tätig sind, haben wir in der Vergangenheit mit der Betreuung der Cat Maschinen, aber auch im Hinblick auf Zuverlässigkeit und den für uns wichtigen Wiederverkauf, beste Erfahrung gemacht“, unterstreicht Marc Sandmeyer. Einsatzbereiche der Mietmaschinen sind im Wesentlichen der Tief- und schwere Erdbau. Doch genauso sollen auch Spezialgebiete bedient werden. Land- und Forstmaschinen, Baugeräte und Anbaugeräte sowie eine Vielzahl von Spezialmaschinen zählen zum Mietpool. Hinzu kommen über 150 Nutzfahrzeuge – vom 7,5-Tonnen-Kipper bis zum Vierachser-Allrad-Kipper sowie Sattelzugmaschinen und Kran-Lkw samt entsprechender Anhänger und Auflieger. Schwesterunternehmen wie BBL Baumaschinen übernehmen die Kranvermietung und Dienstleistungen wie Montagen an den rund 330 Baukranen, während BBL Cranes Krane wie den Wotan entwickelt und produziert.

Mit Blickkontakt steuert Marc Sandmeyer den Cat 320 remote. Fotos(4): Zeppelin

So ein umfassender Mietpark braucht entsprechende Lagerflächen. Diese befinden sich am Firmensitz auf der Fläche des ehemaligen Bergwerks Göttelborn, auf der einst Europas größer Förderturm für Kohle stand. Auf dem 30 000 Quadratmeter großen Areal sind außerdem Bürogebäude, Werkstatt mit drei Werkhallen, Sandstrahlhalle, Lackiererei sowie eine vollautomatische Waschanlage untergebracht. Zum Service gehören Transporte der Geräte bis zu einer Nutzlast von 85 Tonnen, Reparaturen, Baustellenplanung und -vorbereitung. Unter den 275 Mitarbeitern sind 50 eigene Fahrer, welche die Mietmaschinen im Auftrag der Kunden bewegen. Zum Kundenkreis gehören große Baukonzerne und KMU, aber auch Privatpersonen, die einen Minibagger zum Anlegen ihres Gartens benötigen. „Wir verstehen uns nicht nur als reiner Vermieter von Baumaschinen und Nutzfahrzeugen, sondern als Dienstleister und Problemlöser der Kunden. Das heißt, wir gehen auf jeden individuell ein und beraten sie projektbezogen. Inzwischen strecken wir unsere Fühler in Nischen aus, in denen wir uns maschinell verstärken wollen“, meint Marc Sandmeyer. Eine heißt Fernsteuerung.

Mai 2026